Sessionseröffnung 2021

Die Korinthe auf der Printe –                                                                                  Christian Mourad, designierter Krüzzbrür-Ordensträger

Seit über einem Jahr steht fest, wer der nächste, der 49. Krüzzbrür-Ordensträger wird. Und es ist Usus, dass der Name erst bei der Sessionseröffnung bekannt gegeben wird, was in vorherigen Jahren nicht immer gelang. Die Mitbrüder, neugierig wie sie sind, hätten gerne schon früher den Namen des Ordensträgers 2020 und 2021 in Erfahrung gebracht, tappten aber tatsächlich bis zum Abend der Sessionseröffnung am  13.11.21 im Dunkeln. Überraschung gelungen:  Christian Fathallah Mourad, Sohn einer Kalterherbergerin und eines Syrers, ist der designierte neue Krüzzbrür-Ordensträger.

Pfarrausschussvorsitzender Franz-Josef Staat eröffnete die Veranstaltung in den coronaregelkonform hergerichteten Räumlichkeiten des Pfarrheims Heilig Kreuz. Er hob mit einem Zitat unseres Küchenchefs Hans Gillessen aus dem neuesten Krüzzbrür-Aktionsheft die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements hervor und schloss seine Begrüßungsworte mit dem Gedenken an die im letzten Jahr aus der Krüzzbrür-Gemeinschaft Verstorbenen.

Vorstandsmitglied Rainer Klügel setzte die Begrüßung fort. Er schlug die geschichtliche Brücke von den damaligen Kreuzbrüdern zu den jetzigen Krüzzbrürn, nahm Bezug zu der 1947 entstandenen Idee von Pastor Gerads zur Pfarrausschussgründung und hob schließlich hervor, dass es sich bei den Krüzzbrürn um Menschen mit Herz und Humor handelt, die für einander da sind. Es folgte die mit einer jeweiligen Kurzdarstellung gespickte, namentliche Willkommenheißung der Krüzzbrür-/Ponttor-Ordensträger und ihrer Partnerinnen sowie der Gruß an alle übrigen Gäste. Schließlich stellte er die Hauptperson des Abends, den künftigen Krüzzbrür-Ordensträger Christian Mourad der Zuhörerschaft vor.

Nach diesen einstimmenden Worten servierten die Pfarrausschussmitglieder das traditionelle „Schinken-mit-dicke-Bohnen“ – Gericht. Entsprechend 3G, gesättigt, gelüftet, gespannt, lauschten die Anwesenden anschließend den Ausführungen Christian Mourads zu seiner Person. Interessant erzählte er von den Stationen seines Lebens. In der Schule war er der „Vorzeige-Vorleser“, Deutsch lag ihm mehr als Mathe. Zu seinem Jura-Studium meinte er: „Wer zwei linke Hände hat, sollte die Rechte studieren“. Als er sagte, dass sein Lieblingslied „Vür sönd allemole Öcher Jonge“ ist, stimmte der Saal prompt das Lied an. An Karneval hatte er schon immer Spaß. Seit 1981 ist er im Pfarr-Elferrat von St. Gregorius aktiv. Er war Hofnarr im Hofstaat von Prinz Dirk II. und beim AKV war er bis 2004 im erweiterten Elferrat. Auch bei der Alemannia Aachen war er eine Zeit lang aktiv. Zuletzt bekannt wurde er, auch über Aachen hinaus, durch seine seit 2006 organisierten Events, allen voran die Kurpark Classix. Dass er jetzt noch zu alledem den Krüzzbrürorden erhält, sei die Korinthe auf der Printe.


 

Danach ergriff als dienstältester Krüzzbrür-Ordentsträger Bernd Mathieu als erster das Wort, natürlich unvorbereitet, da er ja aus Baesweiler kommt. Und er machte direkt klar, dass Baesweiler Provinz sei, Aachen aber auch – der Unterschied: Baesweiler weiß das. Mit Blick auf die Vita des neuen Ordensträgers stellte er das Närrische heraus: beim AKV gewollt, doch kaum vorhanden, bei der Alemannia wohl ungewollt vorhanden, bei den Krüzzbrürn recht ausgeprägt vorhanden. Armin Drack sprach Mourads Vielseitigkeit und Managementtalent an, das die Krüzzbrür sicherlich brauchen könnten. Olaf Müller vermutete wegen des gleichen Anfangsbuchstaben im Namen schon eine gleiche Abstammung wie Mourad. Zu dessen Kurpark-Classix zieht es ihn jedes Jahr in den Park, allein schon weil sein Sohn ein Fan von Malte Arkona ist. Simone Paganini hatte für den verhinderten Max Kerner darum gebeten, gemeinsam die Krüzzbrür-Hymne „Trinkfest und arbeitsscheu, aber der Kirche treu“ zu singen, wozu alle unter der Ton-Vorgabe von Willy Schell gerne und aus Inbrunst bereit waren. Die Aufnahme wurde umgehend per Smartphone versandt. Bezogen auf Christian Mourad fühlte sich Simone Paganini verpflichtet, ihm eines seiner theologischen Bücher anzupreisen, das dieser ja dann zu Weihnachten allen seinen Freunden schenken könne.

Im gemütlichen Geplauder an den einzelnen Tischen klang der schöne, unterhaltsame Abend aus. Ein herzliches Dankeschön gilt der kurzfristig eingesprungenen Servickraft Clara, die dafür sorgte, dass niemand Durst leiden musste. Dank auch unseren Freunden Peter und Paul von der Fidelen Aquisgrana hinter der Theke sowie der Küchenhilfe Ismail, der im Hintergrund an der Spüle wirkte.

Die Verleihung des Krüzzbrür-Ordens wird traditionsgemäß beim Herrenabend in der Gaststätte am Knipp stattfinden. Ob dies, wie geplant am 25. Januar 2022 sein wird oder coronabedingt zu einem späteren Zeitpunkt, bleibt abzuwarten.

Michael Mathar

Bericht Aachener Nachrichten