Herbstfest 2018

Der vor knapp 2 Jahren gegründete A-Capella-Chor FLOW der Musikschule Aachen machte den Anfang beim diesjährigen Herbstfest, das auch im 19. Jahr nichts an Attraktivität eingebüßt hat. Unter der Leitung von Luc Nelissen überzeugten 22 junge Frauen und Männer das Publikum mit Songs wie „One more time“ oder „Human“, bei dem neben der Stimme zudem rhythmisches Fußstampfen und Klatschen zum Einsatz kamen. FLOW hat gute Chancen den Titel „Der beste Chor im Westen“ zu erlangen. Sie sind nominiert für den Casting-Wettbewerb am 24. November in Hamm, der vom WDR live übertragen wird. Über das Zuschauervoting entscheidet sich der Einzug ins Halbfinale am 07.12.18 und ggf. sogar ins Finale am 14.12.18. Wer FLOW als Gewinner sehen möchte, einfach am 24.11. anrufen.

Max Kerner referierte in der „kurzen“ Zeit, die ihm zur Verfügung stand, über den „Erzstuhl der Mysterien – zum Karlsthron der Aachener Marienkirche“. Der Thron im Aachener Dom wurde dabei von außen, von innen und auch dazwischen geschichtlich genauestens untersucht. Eingegangen wurde auf die Herkunft des Marmors aus Jerusalem, das eingebaute Mühle-Spiel, die ehemals enthaltene Stephansburse und den fühlbaren Abrieb unter dem Thron, dessen geflieste Umgebung Max Kerner mit Wilhelminischem Badezauber verglichen hat. Von der Vertiefung der vielen, von ihm  angedeuteten Abstecher in andere Geschichtsereignisse hatte Max abgesehen. Sein Fazit zum Erzstuhl: der Thron hat sich vom Reliquienthron, über den Krönungsthron zum Karlsthron gewandelt.


 

Bevor es in die Pause ging, wurde es noch einmal musikalisch. Dieter Böse, Thouet-Mundart-Preisträger 2018, war zwar nur mit 50% seiner Böse Band aufgetreten, hat aber 100% gegeben. Obwohl er auf den Bassisten und  den Schlagzeuger verzichten musste, hat er mit dem Gitarristen Salvatore ‚Salli‘ Camiola erstklassig die Bühne gerockt, auch mit Liedern aus dem neuen Album „Promenad op Öcher Platt“. Da hat es nicht gewundert, dass die begeisterten Zuhörer die beiden nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen ließen.

Auch Wendelin Haverkamp fehlte an diesem Abend sein Mitstreiter. Freddy Matulla, der in den 18 vergangenen Herbstfesten am Piano musikalisch an seiner Seite war, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten. Ein aus dem Publikum  von Herzen kommendes „Oooooh“ sollte Wendelin dem erkrankten Freddy mitnehmen. In die Bresche sind  Franz Brandt am Piano und Johannes Flamm am Saxophon gesprungen, die Wendelin Haverkamp bei seinen Liedvorträgen wie dem „Sommerzeit-Song“, fantastisch begleiteten, und das ohne vorherige gemeinsame Probe.

Für die zahlreich erschienen Gäste war es wieder eine wahre Lust, zuzuhören, wie Wendelin mit der deutschen Sprache jonglierte und mit seiner Wortwahl Pointe auf Pointe folgen ließ. Seien es die Ausführungen zu Weihnachtsgeschenken, insbesondere zum Hosenkauf, oder zum Thema Erziehungsberater, zu der Zeit zwischen den Jahren oder zu der Frage, wann Aus aus ist, ständig hat er ins Schwarze getroffen und war den alltäglichen Dingen dabei immer sehr nahe.

Zum Abschluss des von Herbert Steins moderierten Abends betrat der erste Aachener Ausschuss-Chor die Bühne, um mit Wendelin „In Aachen da möchte ich begraben sein“ zu singen. Was wäre der Abend ohne die fleißigen Helfer im Hintergrund: die Veranstaltungstechniker von eventac, unsere Freunde der Fidelen Aquisgrana am Ausschank und Marie Kuss an der Garderobe. Ihnen für ihre Dienste, den Auftretenden für ihre tollen Beiträge und dem Publikum fürs Kommen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Wendelin Haverkamp zitierte seine Frau, die schon beim ersten Herbstfest gesagt hat: „Wenn du das einmal machst …“. Sie hat damit Recht behalten. Merken Sie sich also schon einmal den Termin für das 20. Herbstfest am 31.10.2019 vor.

Für den Pfarrausschuss Heilig Kreuz

Michael Mathar

Bericht der Aachener Zeitung