Kulturabend mit Franz Brandt und Johannes Flamm
Über „intelligente Kunst“ und kuriose Liebschaften von Bach bis Gershwin
Zu Beginn hörten wir eine Eigenkomposition von Franz Brandt, einen sogenannten Ohrwurm.
Die kompositionellen Merkmale eines Ohrwurms sind einfache, kleine Intervalle, Dabei liegen die Töne nah beieinander, was das Nachsingen im Kopf massiv erleichtert.
Die sogenannte „Schleifenfähigkeit“, der Übergang vom Ende einer Melodiephrase zurück zum Anfang, ist harmonisch so fließend , dass das Gehirn automatisch im Kreis läuft, sowie das Hookline-Prinzip & Riffs. Ein markantes, kurzes Motiv (oft nur 3 bis 4 Töne), das sich rhythmisch prägnant wiederholt und sofort wiedererkannt wird.
Das B-A-C-H-Motiv ist eine der berühmtesten Tonfolgen der Musikgeschichte. Es handelt sich um ein musikalisches Anagramm, bei dem Johann Sebastian Bach seinen Nachnamen in Tönen ausdrückte. Die bekanntesten Ohrwürmer Johann Sebastian Bachs mit sofortigem Wiedererkennungswert ist die Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565), das dramatische, kraftvolle Orgelstück ist das berühmteste Werk des Komponisten.
Johannes Flamm intonierte speziell für uns nach diesem Motiv ein Stück über A-A-C-H-E-N
Ludwig van Beethoven, der Sebastian Bach sehr schätzte nannte ihn einmal den „Urvater der Harmonie“ und meinte man sollte seinen Nachnamen lieber in Ozean ersetzen. In der Romanik wurde das berühmteste musikalische Monogramm der Musikgeschichte von Franz Liszt, Robert Schuman und Max Reger wiederentdeckt. Bis heute greifen zeitgenössische Komponisten (wie Tan Dun) immer wieder auf diese vier Töne zurück, um eine Brücke zur Barockzeit zu schlagen.
Franz Brandt erklärte dies spannend, humorvoll und erfrischend. Begleitet wurde er immer wieder von einem grandiosen Virtuosen, der 3 Instrumente meisterhaft beherrschte, Johannes Flamm.
Nach der Pause ging es um Liebe, Leidenschaft und Ameröllchen aus der Welt der Musik. Das Liebesleben der drei großen Wiener Klassiker (beziehungsweise des Barockmeisters Bach) unterscheidet sich drastisch. Während Johann Sebastian Bach ein bürgerliches und von Treue geprägtes Eheleben führte, pflegte Wolfgang Amadeus Mozart einen spielerischen, teils skandalösen Umgang mit der Liebe. Ludwig van Beethoven hingegen erlebte ein Leben voller unerwiderter, tragischer Leidenschaften und hinterließ das größte Rätsel der Musikgeschichte. Frédéric Chopins Liebesleben galt lange als Reihe von Affären mit Frauen, Biografen sprachen früher oft von großen Lieben und Verlobungen mit Frauen doch neue Forschungen zeigen, dass seine wahren Gefühle vor allem Männern galten. George Gershwin war zeitlebens ein begehrter Junggeselle, der zahlreiche Liebeleien und Affären mit namhaften Frauen seiner Zeit pflegte, jedoch nie verheiratet war. Seine Beziehungen waren intensiv, aber oft von seiner kompromisslosen Hingabe an die Musik überschattet.
Auch hier wurde Franz Brandt immer wieder meisterhaft von Johannes Flamm begleitet. George Gershwins Rhapsody in Blue wurde von Johannes Flamm mit seinem Saxophone das einen jazzigen, farbigen Klangkörper bildete, brillant, mit meisterhafter technischer und künstlerische Beherrschung hervorragend vorgetragen.
Das Publikum bedankte sich mit einem sehr lang anhaltendem Beifall.
Herbert Steins








