Herrenabend 2026

Welch eine Freude !

Welch eine Freude. Der beim letzten Herrenabend fehlende echte Lachsersatz zierte diesmal wieder die Buffettische. Man kann sagen, die Schnittchen mit dem heiß begehrten, ölig triefenden Belag gingen weg wie warme Semmel. Die Freude über diese Wiederkehr war schon sehr groß. Größer noch war jedoch die Freude über einen spritzig-witzigen unterhaltsamen Abend und darüber, Dr. Walter Vennen im Kreise der Krüzzbrür-Ordensträger aufnehmen zu können.

Aber lasst uns vorne beginnen. Zunächst erwähnte der Vorsitzende Franz-Josef Staat die vorjährigen Jubilare aus dem Kreis der Krüzzbrür-Familie und gedachte des im letzten Jahr verstorbenen Krüzzbrür-Ordensträgers Willy Schell, den jeder im Raum schmerzlich vermisste. Nach diesem ersten Opening schlüpfte Franz-Josef Staat für kurze Zeit in die Zuhörerrolle, als nämlich Vorstandsmitglied Herbert Steins ihn für seine 40-jährige Mitgliedschaft ehrte und ihm die Pfarrausschuss-Anstecknadel mit Krone ans Revers heftete.

Im Anschluss ließ sich Franz-Josef Staat auch jetzt wieder ausgiebig Zeit, die Anwesenden einzeln willkommen zu heißen. Die Unterbrechungen mit dem Ruf nach Eröffnung des Buffets blieben dabei nicht aus. Gesangseinlagen, nicht nur aus der Ecke der Pfarrausschuss-Mitglieder, ergänzten die Begrüßungsansprache. Danach ging es in die „gute Stube“ ans reichhaltige Buffet, bevor sich wieder alle gestärkt im Wirtsraum versammelten, um der Laudatio des letztjährigen Krüzzbrür-Ordensträgers Martin Wüller zu lauschen.

Martin Wüller brachte es auf den Punkt: „ Nä, wat is dat schönn !“ In seiner Lobrede auf „Dr. Walter“, wie er ihn ansprach, führte er u.a. aus, dass der Buchhandel in Aachen Tradition habe und dass Eulenspiegel am Markt einst eine Buchhandlung war, in der Bücher nach Gewicht verkauft wurden. Nach der von vokalen Dreifach-Tuschs begleiteten Laudatio wurde das Glas auf den neuen Ordensträger erhoben. Es folgte die Ordensverleihung.

Ehrenpräsident Leo Bardenheuer trug noch einmal die Präsidentenkette, die Ende letzten Jahres am Herkunftsort Köln zu neuem Glanz aufgearbeitet wurde. Mehr Würdigung geht ja wohl kaum für die Ehrung von Dr. Walter Vennen, auf dessen Redebeitrag man gespannt wartete. Oder doch? Der mit seinem Namen eingravierte Krüzzbrür-Orden lag leider noch beim Juwelier und konnte wegen dessen plötzlicher, urlaubsbedingter Abwesenheit nicht abgeholt werden. Stattdessen wurde der Krüzzbrür-Orden von Msgr. Dr. Erich Stephany (1974) als vorübergehender Platzhalter übergeben. Auch wenn es noch nicht der eigene Orden war, so hat sich Walter Vennen doch auch hierüber sehr gefreut, zumal es damals eine besondere Verbindung von Dr. Stephany zur Buchhandlung Schmetz gab.

„Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, und fühl‘ mich so klein wie kaum zuvor.“ Mit diesem abgewandelten Goethe-Zitat begann Walter Vennen seine Rede. Er bezog das Klein-Sein auf das Verhältnis zu seinem älteren Bruder, der ihm immer ein Stück voraus war, der ihn mit seinem Trix-Elektro-Baukasten mal unter Strom gesetzt hat, der ihm aber schließlich auch mal zum Namenstag seinen Wunsch nach einem Fahrradcomputer erfüllt hat. Jetzt hat Walter, wie er feststellte, unheimlich viele Brüder. Und so beendete er seine Rede mit den Worten: „Da steh‘ ich nun, ich armer Tor, und bin so reich wie nie zuvor“ und dem lateinischen Aufruf „Ad fontes“, zu den Quellen (an der Theke). Mit seiner Rede zeigte er, dass er hervorragend in die Krüzzbrür-Gemeinschaft passt. Das meinte auch Wendelin Haverkamp mit der Aussage, es sei nicht zu spät, aber es habe zu lange gedauert bis Walter Vennen ausgewählt wurde. Sprachgewandt und humorvoll waren überhaupt wieder die spontanen Zwischenrufe und anschließenden Wortmeldungen der Krüzzbrür-Ordensträger bezogen auf ihren neuen Ordensbruder Walter.

Jürgen Linden merkte beispielsweise an „Du kannst Dir die Brüder nicht aussuchen“ und konstatierte, seit 1994 (dem Jahr der eigenen Ordensverleihung) sei endlich wieder ein intelligenter Mann gekürt worden. Was wiederum zu der tröstenden Reaktion aus den Reihen der Ordensbrüder führte, dass es zwar einen Intelligenten gibt, die anderen aber normal seien. Bernd Mathieu schlug vor, über den Buchhandel Walter Vennens einen ersten Roman in der Krüzzbrür-Edition herauszugeben; etwa einen Liebesroman mit dem Titel „In Zeiten des Lachsersatzes“ oder doch vielleicht einen Gourmetführer mit dem Titel „Lachsersatzpalast“. Von seinem Freund Andreas Herrmann, der als Überraschungsgast geladen war, erhielt Walter Vennen eine Mappe mit vielen Erinnerungsfotos.

Mit den Sangesdarbietungen „Trinkfest und arbeitsscheu“ und „Vür sönd allemoele Öcher Jonge“ endete die Reihe der Wort- und Liedbeiträge, der in dieser Art in Aachen einmalige Abend jedoch noch lange nicht. An der Theke wurde gemütlich weiter gefeiert. Hier noch einen herzlichen Dank an Franz-Dieter und Heinz-Peter Ramrath sowie an die beiden Kellner Martin Speicher und Hannibal für die hervorragende Bewirtung.

Wir freuen uns schon jetzt auf weitere Treffen im Rahmen diesjähriger Pfarrausschuss-/Krüzzbrür – Veranstaltungen sowie zu anderen Gelegenheiten.

M.Mathar

Herrenabendheft 2026

und nachfolgend noch einige Bilder