Halbjahresabschluss – Immer der Nase nach …

… führt der Weg des Aachener Abwassers bei seiner Reinigung. Diesen Weg hatten die Pfarrausschussmitglieder und ihre Begleitungen als diesjährigen Halbjahresabschluss gewählt. Zurück ging dieser Ausflug auf einen Vorschlag von Hermann Stepkes, der uns eine Führung durch die Kläranlage in der Soers angeboten hatte. Die Kläranlage Aachen-Soers des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER), dessen Einzugsgebiet sich von Marmagen in der Eifel bis nach Heinsberg erstreckt, ist heute eine der modernsten Kläranlagen Deutschlands. 1913 ging die erste Aachener Kläranlage in Betrieb, wurde ständig erweitert und bis heute technisch verbessert.

In einer hochinteressanten, äußerst informativen Führung durch die einzelnen Bereiche der Kläranlage erhielten wir tiefe Einblicke in die jeweiligen Verfahren zur Reinigung des Abwassers. Nicht immer hatten wir einen angenehmen Geruch in der Nase.

Begonnen hat die knapp 3 1/2-stündige Führung an den Becken zur Vorklärung, wo die groben Teile, die sich im Abwasser befinden, mechanisch entnommen werden. Zuvor hatten wir noch die vorgeschalteten Becken angesehen, die bei Überlauf mittels sogenannter Retentionsbodenfilter dafür sorgen, dass das Abwasser nicht ungefiltert in die Wurm fließt.

In den nächsten Abschnitten wurden verschiedene Substanzen dem Abwasser entzogen. Aus dem zurückbleibenden Schlamm wird in den von der Autobahn aus sichtbaren „Fauleiern“ Faulgas erzeugt und zu Strom verarbeitet, der 80% des elektrischen Bedarfs der Kläranlage deckt. Zwischendurch besuchten wir auf dem Gelände die Ausbildungsstätte mit ihren erstklassig ausgestatteten Unterrichtsräumen für Elektrotechnik, Mechanotrik und Umwelt.

Die letzte Reinigungsstufe vor den Nachklärbecken war die Ozonanlage. Hier werden im Abwasser befindliche Spurenstoffe und Medikamente beseitigt. (Diclofenac und Ibuprofen zu 100%). Am Ende der Kläranlage, konnten wir klares Wasser Richtung Wurm fließen sehen, die sicherlich nicht nur für den Biber, der dort unter der Brücke einen Damm gebaut hat, sondern auch für andere Lebewesen und Pflanzen einen ungetrübten Lebensraum bietet.

Nach dieser Fülle an Eindrücken und vielen zurückgelegten Metern kehrten wir in das nahegelegene Restaurant L’Osteria ein, trafen auf die, die leider nicht an der Führung teilnehmen konnten, und genossen die kühlen Getränke und leckeren Speisen.

Nochmals ein herzliches Dankeschön an Hermann Stepkes für die hervorragende Führung.