Die Glocken läuten wieder

Im Müschpark am Fuße des Lousbergs erblühen um die Fasten- und Osterzeit die Osterglocken. Das Erwachen dieser das Jahr über tot geglaubten, gelben Narzissen zu neuem Leben weist auf das Osterfest hin, das Fest der Auferstehung Jesu Christi.

Die Glocken im Kirchturm von Heilig Kreuz sind dem Volksglauben nach mit den anderen Glocken sowie den Orgeln im Anschluss an das Gloria des Gründonnerstags nach Rom geflogen, um sich den Segen des Papstes zu holen. Zurückgekehrt sind sie zur Auferstehungsfeier in der Osternacht, wo sie zum Gloria wieder erklangen.

Von den seinerzeit vier Gussstahlglocken im Kirchturm von Heilig Kreuz  die von Kommerzienrat Talbot gestiftet wurden, beim Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahl angefertigt worden sind und zur Konsekration am 1. Mai 1902 feierlich läuteten, versehen heute nur noch zwei den Dienst an der Heilig-Kreuz-Kirche. Die beiden anderen sind durch Granaten im zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Schon seit der Pfarrausschussgründung vor 75 Jahren steigen seine Mitglieder am Karsamstag die 108 Stufen der steilen Wendeltreppe empor, um die Turmfahnen zu hängen, mit denen an die triumphale, österliche Botschaft erinnert wird. Sie passieren auf ihrem Weg im Turm noch oben die Orgelempore und haben schließlich nach der letzten Stufe den Blick auf die “entflogenen Glocken”, deren Geläut ja jetzt wieder zu hören ist.

In diesem Sinne eine gesegnete Osterzeit!

M.Mathar