St. Martin in Heilig Kreuz

Leider konnte coronabedingt in diesem Jahr der Martinszug nicht in gewohntem Umfang stattfinden. Kein Versammeln und keine Martinsgeschichte in der Kirche, keine Musikkapellen, kein Singen von Martinsliedern, kein Umzug durch das Pontviertel mit St. Martin auf dem Pferd, begleitet von vielen, vielen Kindern mit ihren bunten Laternen, kein Martinsfeuer auf dem Schulhof.

Vor diesem Hintergrund hatte die Kita Heilig Kreuz sich alternativ etwas anderes einfallen lassen. Die drei Kita-Gruppen, die „Bären“, „Delfine“ und „Schmetterlinge“ wollten ursprünglich in der Martinswoche getrennt an verschiedenen Tagen eine kleine Laternenrunde am Veltmanplatz oder Lousberg drehen – Kinder, Eltern und Erzieherinnen. Wegen Corona durfte daraus leider nichts werden.

Ganz ohne Gedanken an St. Martin sollte es denn doch nicht sein, war man sich in der Kita einig. So wurde am Martinstag, am 11.11. in jeder der drei Gruppen die Martinsgeschichte erzählt. Als Vorlage dienten die Strophen des Martinliedes. In den beiden Gruppen mit den größeren Kindern wurde die Geschichte nachgespielt: Ein Kind trug einen mit Klett gehaltenen Umhang, den es teilte und eine Hälfte davon einem anderen Kind gab. Um den Aspekt des Teilens noch weiter zu verdeutlichen wurde ein großes Brot unter allen Kindern geteilt.

Zudem nahm die Kita Heilig Kreuz an der Lichttütenaktion des Bistums teil. Unter dem Motto „Zünd ein Licht an“ konnten die Kinder mit jemand anderem ihre ausgemalte Tüte teilen, also weiter verschenken und auf diese Weise den St.Martingedanken weitertragen.

Bevor die Kinder nach Hause gingen, erhielt jedes noch einen Weckmann, der von unserem Krüzzbrür-Ordensträger Michael Nobis gespendet wurde.

Für den Pfarrausschuss Heilig Kreuz

Michael Mathar

Pfr. i. R. Heinrich Korr und Träger der Sonderstufe des Krüzzbrür-Ordens verstorben

In der für uns alle so schweren Corona-Zeit erreichte uns am Abend des 30. Oktober 2020 die sehr traurige Nachricht, dass Pfr. i. R. Heinrich Korr im Alter von 82 Jahren im Seniorenheim St. Laurentius verstorben ist. Dort hatte er seit einigen Monaten sein “neues” Zuhause gefunden, nachdem er im Winter und nach langem Krankenhausaufenthalt zunächst zur Kurzzeitpflege im Seniorenheim St. Raphael in der Soers war. Jedoch war eine Rückkehr in seine Wohnung im Pfarrhaus von Heilig Kreuz, wo er fünf Jahrzehnte im Pontviertel lebte, nicht mehr möglich. Bei den Ordensschwestern hat er die letzten Monate seines erfüllten Lebens erlebt.

Wir sind erschrocken und extrem traurig, mit Heinrich einen sehr guten und langjährigen Freund verloren zu haben. Heinrich war für viele von uns und auch für viele in unserer Gemeinde Heilig Kreuz ein wichtiger Mensch. Er war mit vielen nicht nur als Seelsorger sondern auch als Freund sehr eng verbunden.

Heinrich Korr war seit seiner Einführung zum Pfarrer von Heilig Kreuz im Jahr 1977 Präses der Krüzzbrür. Für sein langjähriges Wirken als Präses sind wir ihm sehr dankbar. Nachdem er die Leitung der Pfarre / Gemeinde abgegeben hatte, war er bis zuletzt aktives Mitglied im Pfarrausschuss.

Als ob wir eine Vorahnung hatten, dass unser Freund Heinrich nicht mehr lange unter uns weilen würde, führte unser Vorstandsmitglied Dr. Rainer Klügel im August dieses Jahres noch ein sehr persönliches Interview mit ihm im Seniorenheim St. Laurentius. Das ausführliche Interview ist in unserem aktuellen Aktionsheft abgedruckt.  Das Aktionsheft ist hier als Download zu finden.

Die Inhalte des Interviews sind nun sozusagen sein Testament für uns alle. Folgendes hat er uns im Interview mit auf den Weg gegeben:

„Ich wünsche euch, dass ihr aufmerksam bleibt, dass ihr wahrnehmt, wie ihr miteinander umgeht, dass ihr rücksichtsvoll seid, achtsam, dem Himmel nah. Der Gemeinde wünsche ich, dass alles bleibt, was bis jetzt läuft, dass das Engagement nicht nachlässt. Das fängt an beim Kirchenvorstand, beim Gemeinderat, beim Pfarrausschuss, bei all denen, die Gottesdienste vorbereiten, die die Gemeinde am Leben halten. Und wenn ihr mal im Schatten steht, dann denkt daran, dass da auch irgendwo Licht sein muss. Und das Licht ist sehr viel größer, als der Schatten, den es wirft. Für mich ist Gott das Licht.“

Heinrich Korr wurde am 9. März 1963 im Aachener Dom zum Priester geweiht und feierte in St. Michael in Burtscheid seine Primiz. 1977 wurde er als Pfarrer in Heilig Kreuz eingeführt und dort feierte er auch am 9. März 2013 sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Bei seinem goldenen Priesterjubiläum hielt er die Predigt selbst und sagte uns, dass er gerne noch etwas machen möchte. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt, denn bis zum Jahresbeginn 2020 wirkte er in seiner geliebten Gemeinde Heilig Kreuz weiter mit.

Pfarrer Heinrich Korr war über viele Jahre nicht nur unser Pastor, sondern er war stets ein Mann, dem man vertrauen konnte.

Es war dem Pfarrausschuss Heilig Kreuz im Jahre 2009 eine Ehre und gleichzeitig eine Verpflichtung, Pfarrer Heinrich Korr als Träger der Sonderstufe des Krüzzbrür-Ordens auszuzeichnen. Wir als Pfarrausschuss Heilig Kreuz haben unserem Pfarrer und Freund Heinrich Korr viel zu verdanken.

Wir glauben, er ruht sich jetzt bei Dem aus, den er ein Leben lang verkündet hat!

In unserem Jahresabschluss-Gottesdienst am Freitag, 18. Dezember 2020 um 18.30 h in Heilig Kreuz werden wir in besonderer Weise an Pfarrer i. R. Heinrich Korr denken und für ihn beten.

In enger Verbundenheit

sein Pfarrausschuss Heilig Kreuz
„De Krüzzbrür“

Franz-Josef Staat
Vorsitzender

 

Neues Krüzzbrür-Aktionsheft

Ab Anfang November liegt die achte Ausgabe unseres Aktionsheftes im Schriftenstand der Kreuzkirche, in den Geschäften der Anzeigengeber, sofern dies gewünscht wurde, und an ausgewählten Orten mit Bezug zum Pontviertel und/oder den Krüzzbrürn aus.

Wer vorab schon einmal das neue Aktionsheft durchblättern möchte, kann dies gerne hier online tun.

Cholera und Corona

Neulich bei einem Spaziergang über den Waldfriedhof fiel mir ein Kreuz auf, das zum Gedenken an die Menschen aufgestellt wurde, die im Jahr 1832 an der Cholera verstorben sind. Ich stutzte für einen Moment, weil ich zuerst glaubte auf der Inschrift Corona gelesen zu haben. Mein Interesse war geweckt. Wieder zuhause angekommen, habe ich sofort nachgeschlagen, was es mit der Cholera in Aachen auf sich hatte. Dabei habe ich dann tatsächlich einige Parallelen zu Corona und der derzeitigen Situation entdeckt.

Beide Massenerkrankungen sind ein dreisilbiges Wort, beginnen mit C, tragen in der Mitte ein O und enden auf A. Der Ursprung beider Erkrankungen lässt sich nach Asien zurückverfolgen.

Corona Mund-Nasen-Schutz 2020

Cholera-Schutz Grafik von Johann Benedikt Wunder 1832

Für den Umgang mit Infizierten gab es damals wie heute Grundregeln.

Quarantäne und Hygieneanleitungen waren auch damals schon Instrumente, um die Pandemie einzudämmen.

Ebenso wurden Grenzen geschlossen, der Grenzverkehr untersagt sowie Häuser und Straßen wie auch ganze Dörfer und Städte vom Zugang außerhalb der dort Wohnenden abgeschnitten.

Der Staat übernahm damals die Kosten vor allem für die Sicherung der Grenzen, die Kommunen trugen die Kosten des Gesundheitswesens vor Ort und für spezielle Sicherungsmaßnahmen. Während seinerzeit das Militär die Einhaltung der Verordnungen überwachte, sind heute Ordnungsamt und Polizei gefordert. Die Strafen bei Nichteinhaltung der Regeln sind aber heutzutage bei Weitem nicht so drastisch wie früher, wo Missachtung im äußersten Fall mit dem Tod bestraft wurde.

Auch die Konflikte der Politik ähneln sich. Sie musste und muss den Spagat schaffen zwischen Infektionsschutz und wirtschaftlicher Betrachtung. Hinsichtlich des Effekts der Kontrollmaßnahmen schlussfolgerte König Friedrich Wilhelm III., dass die Handelseinschränkungen sich auf die Menschen im Lande negativ auswirken und Existenzen bedrohen. Daraufhin wurde, vergleichbar der jetzigen Situation, eine Vielzahl von Maßnahmen wieder gelockert. U.a. wurde die Quarantäne-Zeit auf 5 Tage beschränkt.

Mitte Oktober 1832 erreichte die Cholera in Aachen mit bis zu 20 täglichen Neuerkrankungen ihren Höhepunkt. Insgesamt erkrankten 428 Menschen. Es starb fast die Hälfte davon. Es wurden separate Begräbnisplätze außerhalb der Stadt Aachen für die an Cholera Verstorbenen geschaffen, u.a. dort, wo sich auf dem Aachener Waldfriedhof der Bismarckturm befindet. Am 10. Januar 1833 wurde Aachen für cholerafrei erklärt. Eine zweite, etwas schwächere Welle folgte im Dezember 1833. Mitte Oktober 2020 verzeichnet Corona in der StädteRegion Aachen 3257 seit Ende Februar nachgewiesene Infizierte und 109 Todesfälle.

Die „Cholera-Konsultation am Zentralen Gesundheitsrat“ hat George Cruikshank 1832 karikiert dargestellt. Juppheidi, Juppheida, Schnaps ist gut…, könnte man jetzt meinen. Aber nein; Alkohol mag zwar manche Flecken lösen, löst aber nicht die Probleme, die Pandemien hervorrufen, weder Cholera noch Corona.

Michael Mathar

Krüzzbrür-Ordensträger Pfr. Hubert Leuchter verstorben

Foto: Pfarre St. Katharina Aachen

Am Sonntag 4. Oktober ist unser Krüzzbrür-Ordensträger des Jahres 1993, Pfr. Hubert Leuchter, nach schwerer Krankheit im Aachener Luisenhospital im Alter von 72 Jahren verstorben.

Auch wenn er lange nicht mehr zu den Veranstaltungen der Krüzzbrür gekommen ist, so war in den Reihen der Krüzzbrür doch immer ein Platz für ihn frei – selbst beim eng bestuhlten Herrenabend in der Traditionsgaststätte „Am Knipp“.

Wir werden Hubert Leuchter in unsere Gebete aufnehmen.

Pfarrausschuss Heilig Kreuz

 

 

Solidarität mit Continental

Auf seiner Versammlung am 23.09.2020 hat der Pfarrausschuss Hl. Kreuz die Erhaltung des Produktionsstandortes Continental in Aachen gefordert und sich mit den Beschäftigten der Firma Continental solidarisiert.

Wir unterstützen den Aufruf des Oberbürgermeisters Marcel Philipp und der  Bürgermeister der Städteregion.

Krüzzbrür und Corona-Krise

Im weiteren Verlauf des Jahres 2020 und bis Karneval 2021 müssen leider viele Veranstaltungen der Krüzzbrür, des Pfarrausschusses Heilig Kreuz, ausfallen.

Der Pfarrausschuss Heilig Kreuz hat sich seine Entscheidungen bei der letzten Versammlung nicht leicht gemacht, ist aber zu dem Entschluss gekommen, einige der in den nächsten Monaten geplanten Veranstaltungen abzusagen.

In Abstimmung mit dem Initiator und mitwirkenden Kabarettisten Wendelin Haverkamp muss leider das geplante 21. Herbstfest des Pfarrausschusses Heilig Kreuz am 31. Oktober 2020 im Saal der Katholischen Hochschulgemeinde ausfallen.

Auch der am 5. November geplante Martinszug für die Kinder im Pontviertel findet in der bisherigen Form erstmals seit vielen Jahren nicht statt.

Ganz schweren Herzens haben wir uns auch dazu entschlossen, auf die diesjährige Sessionseröffnung mit Bekanntgabe des designierten Krüzzbrür-Ordensträgers am Samstag, 14. November zu verzichten und die renommierte Verleihung des Krüzzbrür-Ordens beim traditionellen Herrenabend der Krüzzbrür am 2. Februar 2021 im gleichen Atemzug bereits jetzt abzusagen. Aus unserer Sicht gehören Bekanntgabe und Verleihung untrennbar zusammen. Wir möchten dem designierten Krüzzbrür-Ordensträger die gleiche Wertschätzung an diesen besonderen Abenden bieten, wie allen vorherigen Ordensträgern auch. Damit wird es 2021 erstmals seit der ersten Ordensverleihung 1973 keine Verleihung des begehrten Krüzzbrür-Ordens geben. Unser designierter Ordensträger hat also etwas mehr Zeit, sich auf seinen Vorstellabend bei der Sessionseröffnung im November 2021 und auf die Verleihung beim traditionellen Herrenabend der Krüzzbrür im Restaurant “Am Knipp” im Jahr 2022 vorzubereiten.

Der Jahresabschlussgottesdienst der Krüzzbrür am 18.12.2020 um 18.30 h in der Heilig-Kreuz-Kirche findet jedoch statt. Unsere Kirche bietet genug Platz für die ganze Krüzzbrür-Gemeinschaft und ihre Freunde. Ganz herzlich laden wir schon heute dazu ein!

Als ehrenamtliche Gruppierung und als Veranstalter können wir wegen der Corona-Krise und der damit verbundenen Einschränkungen und Auflagen jedoch die Verantwortung für den am 30. Januar 2021 im Adalberthaus geplanten Karnevalistischen Kindernachmittag für die Kindertagesstätten in der Pfarrei Franziska von Aachen nicht übernehmen.

Unbeschwerte Veranstaltungen und Preisverleihungen sind angesichts der derzeitigen Umstände aus unserer Sicht vielfach nicht möglich. Veranstaltungen nur mit stark reduzierter Gästezahl oder gar Abende mit Mund-Nasenschutz halten wir zum jetzigen Zeitpunkt für nicht erstrebenswert, weder für unsere Gäste, noch für unsere Krüzzbrür-Ordensträger. Zudem gehört ein Großteil der potentiellen Gäste unserer Veranstaltungen zur sogenannten Risikogruppe, denen gegenüber wir als Veranstalter die Einhaltung des derzeit vorgeschriebenen Mindestabstandes und der Hygieneregeln nicht garantieren können.

Der Pfarrausschuss Heilig Kreuz “De Krüzzbrür” hofft, dass die Entscheidungen auf Verständnis stoßen. Wir bedauern die Absagen sehr, aber die Gesundheit aller geht vor. Voller Zuversicht sehen wir einer Wiederaufnahme vieler Pfarrausschuss-Aktivitäten nach der Corona-Krise entgegen, der wir mit dem Aschermittwoch-Gottesdienst am 24.02.2021 um 18.30 h in der Heilig-Kreuz-Kirche und dem anschließenden traditionellen Fischessen eine Chance geben wollen.

Nachruf auf Beate Ungruhe

Am 29. Juli 2020 ist nach langer und schwerer Krankheit unsere Freundin Beate Ungruhe im Alter von nur 69 Jahren verstorben. Beate war die Ehefrau unseres Mitglieds und ehemaligen Vorsitzenden Alfons Groneschild.

Bedingt durch die jahrelange Krankheit konnte Beate in den letzten Jahren nur noch sehr selten an Pfarrausschuss-Veranstaltungen teilnehmen und ihren Mann begleiten.

Als ob wir in Zeiten des Corona-Virus nicht schon genug ertragen müssen, heißt es jetzt auch noch Abschied nehmen von einem tollen Menschen und einer guten Freundin. Nach langem Leiden hat Beate nunmehr ihre Augen für immer geschlossen.

Wir alle wussten, dass Beate seit vielen Jahren erkrankt war, trotzdem sind wir sehr bestürzt über den Tod von Beate. Ihr Ehemann Alfons hat Beate in den letzten Jahren aufopferungsvoll gepflegt und ist mit Beate durch schwere Zeiten gegangen.

Es liegt viele Jahre zurück, dass Beate für alle Pfarrausschuss-Mitglieder unsere bunten Karnevalswesten fachmännisch geschneidert hat. Diese Westen haben wir immer auf unseren Karnevalsveranstaltungen getragen und sie erinnern uns jetzt immer an Beate.

Es fällt immer schwer, Abschied in Worte zu fassen. Wenn ein geliebter Mensch vom irdischen Leben Abschied nehmen muss, tut dies weh und der Mensch wird vermisst.

Ihrem Ehemann gehört unser vollstes und tiefstes Mitgefühl und wir denken an die Verstorbene und an Alfons. Obwohl die Stimme von Beate nun für immer schweigt, werden wir ihre Stimme immer im Herzen tragen. Wir werden Beate nicht vergessen und für sie beten. In unseren Herzen werden wir Beate stets ein ehrendes Andenken bewahren. In unserem gemeinsamen Glauben an die Auferstehung gilt unser aller Mitgefühl.

Für den Pfarrausschuss Heilig Kreuz
Franz-Josef Staat
Vorsitzender

Halbjahresabschluss 2020

Eigentlich hätte an dieser Stelle ein netter kleiner Bericht über die Aktivitäten der Pfarrausschussmitglieder und ihrer Partnerinnen gestanden, entweder eine Besichtigung, eine Führung oder ein gemütlicher Spaziergang mit anschließender Einkehr. Corona bedingt musste allerdings das als Halbjahresabschluss geplante Vorhaben für dieses Jahr ausgesetzt werden. Schade!

Über die geplanten Pfarrausschusveranstaltungen im zweiten Halbjahr wird auf der nächsten Versammlung am 22. Juli 2020 entschieden. Mal sehen, wie es weitergehen wird. Da ist schon was dran, wenn Thomas Thelen, Chefredakteur der Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten in seinem Corana-Tagebuch schreibt: „Es sind merkwürdige Zeiten“.

M.Mathar

 

„Goethe von der Juttastraße“ oder …

der „Poet aus Oche“ – Hein Engelhardt – im Alter von 92 Jahren verstorben

Am Morgen des Christi Himmelfahrttags ist Hein Engelhardt im Alter von 92 Jahren verstorben. Der Feingeist und große Förderer des „Öcher Platt“ starb am 21. Mai, konnte loslassen und kann nun endlich wieder mit seiner geliebten Henny zusammen sein.

Der Öcher Mundart gehörte seit Jahrzehnten seine ganze Leidenschaft. Auf den Bühnen in Aachen war er zu Hause. Bei unserem Herrenabend der Krüzzbrür im Januar 2007 haben wir Hein Engelhardt zum Ponttor-Ordensträger gekürt. Hein war ein besonderer Gönner und Freund des Pfarrausschuss Heilig Kreuz. Wir konnten Hein jederzeit ansprechen, ob er bei einer unserer Veranstaltungen mit einem seiner Gedichte auftritt. Beim Herrenabend der Krüzzbrür freuten sich immer alle Anwesenden, wenn Hein in seine Sakkotasche griff und wieder eines seiner Gedichte vortrug. Seine tausende Gedichte, Vierzeiler und Sinnsprüche sowie hunderte Kurzgeschichten und Übersetzungen beschreiben vieles und alles. Hein freute sich darüber, wenn auch andere seine Gedichte vortrugen oder abdruckten. Wir sind dankbar dafür, dass wir von ihm die Erlaubnis erhalten haben in jedem unserer „Aktionshefte des Pfarrausschuss Heilig Kreuz“ eines seiner Gedichte abzudrucken.

Wir, die Krüzzbrür haben Hein viel zu verdanken, aber auch die Stadt Aachen und insbesondere der Öcher-Platt-Verein verdanken ihm viel. Für jede Gelegenheit hatte er ein Gedicht oder besser gesagt: ein „Öcher Rümselche“ parat. Mit seinen Gedichten und Texten im Öcher Platt lässt so manches ausdrücken, wofür das Hochdeutsch keinen Raum lässt. Hein spielte mit den Worten und der Mundart und zeigte eindrucksvoll, dass die Mundart eine Kultursprache ist.

Als ob wir in Zeiten des Corona-Virus nicht schon genug ertragen müssen, heißt es jetzt auch noch Abschied nehmen von einem tollen Menschen. Hein war ein Öcher, den wir alle besonders mochten, ein liebevoller Ehemann, Vater, Schwiegervater, Großvater und Freund.

Wir alle wussten, dass es Hein in letzter Zeit – dies vor allem auch altersbedingt – nicht gut ging und in erster die Familie, aber auch viele Öcherinnen und Öcher, Vereine und Gruppierungen werden Hein vermissen. Er hat uns allen so viel gegeben.

Jetzt im 93. Lebensjahr ist Hein von uns gegangen. Hein hatte ein langes Leben und durfte vieles erleben. Viele Aachenerinnen und Aachener werden ihn vermissen, er hat den Öchern viele tolle Öcher-Platt-Gedichte hinterlassen und so wird er uns immer in Erinnerung bleiben.

Nach dem Tod seiner lieben Henny im November 2016 war es für Hein sehr schwer. Auch seine geliebte Henny ist genau wie Hein im 93. Lebensjahr verstorben. Hein und Henny durften viele schöne gemeinsame Jahre erleben und haben beide ein stolzes Alter erreicht. Aber, egal ob jung oder alt, gesund oder krank, der Moment an dem ein geliebter Mensch vom irdischen Leben Abschied nehmen muss, tut weh und der Mensch wird vermisst. Wir Krüzzbrür erinnern uns an sehr schöne Begegnungen mit Hein und Henny.

Alles, was wir Gutes und Schönes über Hein denken und schreiben, ist Realität, kann aber nicht trösten. Hein wird – wenn auch in anderer Weise – weiter bei der Familie und bei uns sein. Wir vermissen gemeinsam einen tollen Menschen und einen besonderen Freund.

Wir alle werden und müssen Hein immer in sehr guter Erinnerung behalten.

In enger Verbundenheit mit der Familie

Franz-Josef Staat
Pfarrausschuss Heilig Kreuz
Vorsitzender