Das jährliche Treffen bekannter Aachener Bürger aus Politik, Kirche, Wissenschaft, Wirtschaft und anderen Bereichen, das durch Spontanität und Wortwitz hervorsticht, eröffnete Franz-Josef Staat, Vorsitzender des Pfarrausschuss Heilig Kreuz. Nach den Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften der Mitglieder Matschö Schmitz (25 Jahre), Heinrich Korr (40 Jahre) und Leo Bardenheuer (40 Jahre), überreichte er Herrn Nicolino Bertacco, dem Inhaber des „La Finestra“ gegenüber der Kreuzkirche, den Ponttor-Orden am Band, mit dem Freunde und Gönner des Pfarrausschuss ausgezeichnet werden.
Leo Bardenheuer moderierte den weiteren Teil des Abends und begrüßte nicht nur jeden Gast, sondern erwähnte auch die, die nicht kommen konnten. Diese lange währende Begrüßung unterbrach Dr. Manfred Birmanns mehrmals, um à la Franz Baumann an das Buffet zu erinnern. Nach dem legendären Buffet mit echtem Lachsersatz, hielt der letztjährige Krüzzbrür-Ordensträger Prof. Dr. Ulrich Lüke seine Laudatio auf den neuen.
Hierin erwähnte er, dass die Laudatio keine Lobhudelei sei, sie könne auch eine Leichenrede oder Danksagung sein. Was am Ende dabei herauskommt, werde sich zeigen. Er zeigte auf, welche Bedeutung die Namen Marcel und Philipp haben, Marcel kommt vom Kriegsgott Mars und Philipp bedeutet Pferdefreund. So ist die Brücke zum CHIO schnell geschlagen. Auch erwähnte Prof. Dr. Lüke, dass Herr Philipp Betriebswirt des Handwerks ist, und unter Bezug auf Alemannia meinte er, dass Herr Philipp wohl besser Betriebswirt des orthopädischen Schuhwerks geworden wäre. Auf den zahlreichen Fotos die Herr Lüke gesichtet hat, bringe es Marcel Philipp auf eine Lächelquote von 92%. In Anspielung auf die Körpergröße sagte Herr Lüke: „Auf dem Niveau, auf dem andere denken, verdaut er schon“.
Schließlich zerpflückt Herr Lüke den Begriff Ober Bürger Meister. Ober steht für einen gehobenen Kellner, also jemanden, der das serviert, was andere gemacht haben, und dafür auch noch Trinkgeld kassiert. Bürger wirft die Frage auf: Für wen oder was bürgt Marcel Philipp? Hier drängt sich schnell wieder der Gedanke an die Alemannia in den Vordergrund. So ist also ein Oberbürge(r)meister ein Meister unter den Oberbürgen.
Fazit: Man sollte ihn im Kreis aufnehmen, aber erst dann zum Kassenwart machen, wenn die Alemannia aufgestiegen ist. Am Ende seiner Laudatio empfiehlt Herr Lüke die Aufnahme summa cum laude.
Nach der Verleihung des Krüzzbrür-Ordens durch den Domkapitular Pfarrer Franz-Josef Radler, stellvertretend für den erkrankten Präses Propst Ruprecht van de Weyer, stießen alle mit einem Glas Sekt auf das Wohl des neuen Ordensträgers an.
Ohne Karteikarten, aber dafür mit i-pad, eröffnete nun Marcel Philipp seine Rede, die auf ein Gedicht aus einem Buch ausgerichtet war, das ihm die „künftige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen“, Frau Katsaitis-Schmitz überlassen hat. Er las allerdings kein Gedicht über seine Geburtsstadt Burtscheid. Vielmehr leitete er mit dem Hinweis auf den bevorstehenden Bericht in Presse und TV über die Campus-Bahn auf das sodann von ihm in Öcher Platt vorgetragene Gedicht von This Kluck mit dem Titel „De lejste Tram“ über.
Im Anschluss an seine Rede folgten noch viele Wortbeiträge und Wortgefechte. Auch Sangesdarbietungen, angefangen von Willy Schells umgetexteten Beatles-Song „Loss et siie!“ bis zu Giuseppe Verdis Gefangenchor „Regionen, die kennen wir nicht“ unter der dirigierenden Leitung von Wendelin Haverkamp und Willy Schell.
Es war wieder einmal ein toller amüsanter Abend mit einzigartigen Höhepunkten, der erst weit nach Mitternacht an der Theke sein Ende fand.
Michael Mathar
siehe auch Bericht in der Aachener Zeitung
in den Aachener Nachrichten
in der Kirchenzeitung
und auf ochealaaf